Unser Schützenhaus im Sieken

Der erste Bauplan
Bereits am 30.05.1936 wurde ein Bauplan erstellt, der noch heute im Original vorliegt. Es dauerte jedoch fast 19 Jahre, bis man dann am 23.01.1955 mit der Planung begann. Ein Jahr später wird mit dem Bauer Böggemann ein Pachtvertrag über 20 Jahre abgeschlossen. Dieser Pachtvertrag, der ebenfalls noch im Original vorliegt, wurde am 01.03.1956 unterschrieben. Den Pachtpreis teilten sich damals der Schützenverein und die Kriegerkameradschaft mit je 20,00 DM jährlich.

Der Bau beginnt
Den Arbeitsbeginn bestimmten Wilhelm Wilke und Wilhelm Kellermeyer. Der Kostenvoranschlag belief sich auf rund 1.500,00 DM. Die Finanzierung erfolgte über den Schützenverein. Ferner musste jeder Schütze mindestens fünf Arbeitsstunden leisten. Wer dies nicht tat, wurde mit einem Strafgeld von 1,50 DM belangt.

Der Bau des Schießstandes begann laut geführtem Arbeitsheft am 07.04.1956. Die Mitglieder des Schützenvereins und des Kriegervereins leisteten rund 1.711 Arbeitsstunden bis am 26.08.1956 ein erstes Übungsschießen zur Einweihung des neuen Schießstandes veranstaltet wurde.

Das „Befehlsheim“ (Wohnbaracke/heute Toilettengebäude) im Sieken ging laut Kaufvertrag vom 21.08.1958 zwischen Krieger- sowie Schützenverein und dem Verkäufer Fritz Schürer zu je 250,00 DM in den Besitze des Schützen- und Kriegervereins über.

Erste Renovierungsarbeiten
Nach zehn Jahren – im April 1966 – wurden die ersten Renovierungsarbeiten vorgenommen, um weiterhin den Ansprüchen des Schießbetriebes zu genügen.

Erweiterung des Schießstandes
Bereits 15 Jahre später, im Jahr 1977, wurde der Schießstand erweitert. Dies geschah wiederum in Eigenleistung in Gemeinschaft mit dem Velper Kriegerverein (jetzige Soldatenkameradschaft Velpe). Beide Vereine leisteten ganze Arbeit. Die Schießstanderweiterung wurde unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung am zweiten Ostertag 1971 beim „Ostereierschießen“ gefeiert.

Instandsetzungsarbeiten der Sanitäranlagen
1983 sind Instandsetzungsarbeiten der Sanitäranlagen im Sieken in Eigenleistung erbracht worden. Schützenbrüdern war es zu verdanken, dass die hierfür benötigten Fliesen von der Firma Staloton gespendet wurden.

Instandsetzung des Schießstandes zur Gewährleistung der Sicherheit der Schussanlage
Da im Laufe der Zeit eine ausreichende Sicherheit der Schussanlage nicht mehr gewährleistet werden konnte, wurde in der Versammlung vom 28.12.1984 über weitere Instandsetzungen des Schießstandes diskutiert.

Erweiterung der Schießsportanalge
Im Jahr 1986 wurde eine größere Erweiterung der Schießsportanlage in Angriff genommen. Um die schnelle Aufhebung der Stilllegung der Anlage zu erwirken, begann man nach mehreren Vorgesprächen mit dem Besitzer Böggemann-Wiemer mit den Bauarbeiten, die vollständig in Eigenleistung erbracht wurden. Die Materialkosten beliefen sich auf ca. 9.000,00 DM. In Verbindung mit einem Sachverständigen hatten sich Erhrad Liebig und Alfred Teepe bereits bei der Kreispolizeibehörde in Steinfurt bemüht, die erforderlichen Unterlagen zu erhalten, um die vorgeschriebenen Richtlinien einhalten zu können. Für die anfallenden Arbeiten stellten viele Schützenbrüder ihre Freizeit zur Verfügung. Nach Plan und Maßstab – ausgearbeitet von Friedhelm Hollenberg – ging alles zügig vornan, wenn auch zumeist unter ungünstigen Witterungsbedingungen. Am 05.07.1986 war es dann endlich soweit: Es erfolgte die arbeitstechnische Endabnahme zur Durchführung von Schießsportveranstaltungen.

Unterzeichnung des neues Pachtvertrages
Am 16.10.1988 wurde der neue Pachtvertrag zwischen der Besitzerin des Schießstandgeländes Christa Böggemann und dem Schützenverein Velpe e.V. unterzeichnet.

Beschluss: Vermietung des Schießstandes
Im Jahre 1991 beschloss der Vorstand auf Anregung des 1. Vorsitzenden Erhard Liebig, den Schießstand ab sofort für kleine Feste an Vereinsmitglieder zu vermieten.

Erneuerung des Fußbodens
Eine weitere größere Renovierungsarbeit erfolgte im Jahr 2000: Der gesamte Fußboden im Schützenhaus wurde erneuert. Wiederum halfen viele fleißige Hände, um diese Arbeiten zu bewerkstelligen. Es wurde zudem eine neue Theke organisiert und eingebaut sowie das Holz im Innen- und Außenbereich gestrichen.

Sturmtief „Kyrill“ fegt durch den Sieken
Am 15. Januar 2007 fegt Sturmtief Kyrill über den Kreis Steinfurt hinweg. Wie durch ein Wunder blieb unser Schützenhaus von größeren Schäden verschont. Lediglich unsere Schießbahn wurde von mehreren umgefallenen Bäumen in Mitleidenschaft gezogen. Arbeitseinsätze der Vereinsmitglieder im Frühjahr konnten den entstandenen Schaden wieder beheben.

Neues Rolltor und Gedenktafel zum 100-jährigen Jubiläum
Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums im Jahr 2007 wurde ein neues Holzrolltor am Eingang zum Sieken installiert und zudem an dem dort stehenden Findling eine Gedenktafel angebracht.

Umfangreiche Renovierungsarbeiten
Im Jahr 2010 wurde die Dachkonstruktion des Velper Schützenhauses nicht nur erneuert, sondern zudem um ca. vier Meter erweitert (über die ohnehin bereits gepflasterte Fläche vor dem Schützenhaus). Bei vielen Veranstaltungen kann auf diese Weise auf das Aufbauen eines zusätzlichen Zeltes bei schlechtem Wetter verzichtet werden und auch die Verbindung von Zelt und Schützenhaus stellt bei Bedarf kein Problem mehr dar. Die umfangreichen Arbeiten leisteten die Vereinsmitglieder einmal mehr in Eigenleistung.

Im Jahr 2011 stand ein weiterer großer Arbeitseinsatz auf dem Programm der Velper Schützinnen und Schützen: Neue Fenster für das Schützenhaus. Unter fachkundiger Anleitung unseres Schützenbruders Dieter Westermann wurden diese montiert. Es folgten weitere Arbeitseinsätze, um die Fassade des Schießstandes zu isolieren und zu erneuern.

Ein neues Wasserrad
Durch einen gemeinsamen Arbeitseinsatz konnte 2016 sowohl das Flachdach des Luftgewehrstandes mit Teerbahn abgeklebt, als auch das neue Wasserrad – seit jeher ein Wahrzeichen des Velper Siekens – montiert werden.

Das Gerätehaus bekommt ein neues Dach
Im Jahr 2017 wurde die dringend notwendige Erneuerung des Daches des Toiletten- und Gerätehauses in Angriff genommen.

Ein neues Podest für unsere Majestäten
Ebenfalls im Jahr 2017 wurde das Podest auf dem Schützenplatz erneuert.

Frederike verschont auch den Sieken nicht
Sturmtief „Frederike“ macht 2018 auch vor unserem schönen Sieken nicht halt: Umgestürzte Bäume beschädigten wieder einmal den Schutzzaun rund um den Schießkanal.

Umsetzen des Gastanks
Um auf dem Platz vor dem Schützenhaus mehr Platz für diverse Feierlichkeiten zur Verfügung zu haben, wurde im Jahr 2021 bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz eine neue Betonplatte für den Gastank gegossen. Der Gastank befindet sich nun seitlich neben dem Schützenhaus.



In einem kühlen Grunde
Rauscht Quelle und Wasserrad,
für ’ne schöne Abendstunde
ein ideal-romantischer Platz!

Der Alltag mit Hektik und Plagen
Ist vergessen hier im Nu –
Nur lass dir dabei sagen
Kein Wort sprechen darfst du dazu.

So will es die alte Sage,
die ihr gewiss noch kennt,
wo am 1. Mai den Mädchen
heilbringendes Wasser gespendt.

Romantik ist ja so selten,
drum gilt unser aller Dank denen,
die selbstlos das Plätzchen erstellten
im „Sieken“ mit der Ruhebank.

Und in diese Wald-Idylle,
da fügt sich harmonisch ein
der gemeinsam erbaute Schießstand
vom Velper Krieger- und vom Velper
Schützenverein!

Vereins- und Gemeinschaftsleben
gibt’s in Velpe in vielfacher Rund
obwohl wir uns mussten begeben
als Westerkappeln 2 in den
„Cappelner Bund“.

Es gibt ein Oster- und Westerkappeln
von der Namensgebung her;
drum wurden wir jetzt zu „Südercappeln“,
der Name „Velpe“ fällt manchem so schwer.

Vereine gibt es gar viele
in unserem „Wiesengrund-Ort“.
Die Schützen am 100-jährigen Ziele
haben – anno 2007 – das jubilierende Wort.

So mancher vom großen Vereine
zielte gelassen über Kimme und Korn,
bis er mit Schützenkönigwürde
durch die meisten Ringe lag vorn.

Zum „Jubiläumsvereinsreigen“
gehören sehr wohl schmückend dazu
die blau-weißen Spielleut‘ vereinseigen
akustisch und optisch ein „Clou“.

Unser Wunsch ist ein gutes Gelingen
fürs Jubiläum ohne Frag‘.
Vom Petrus möchten wir aus ausbedingen
nur Sonnenschein den ganzen Tag.